Mezcal Wissen

Was ist Mezcal?

Die ursprünglichste Agavenspirituose Mexikos. Aus über 40 verschiedenen Agaven gebrannt, geschützt seit 1994, hergestellt nach einer Methode, die seit Tausenden von Jahren funktioniert.

01 · Definition

Mezcal, kurz gesagt

Mezcal ist ein destillierter Agavenbrand aus Mexiko. Hergestellt aus den fermentierten Säften gerösteter Agavenherzen. Geschützt durch die Denominación de Orígen (DO Mezcal) seit 1994.

Produziert werden darf er nur in 13 mexikanischen Bundesstaaten und nach den Vorgaben der NOM-070-SCFI-2016. Rund 90 % der Weltproduktion stammen aus einem einzigen davon: Oaxaca.

Der wichtigste Unterschied zu seinem berühmten Verwandten Tequila: Mezcal muss aus 100 % Agave bestehen. Während Tequila bis zu 49 % Fremdzucker enthalten darf, gilt diese Reinheit für Mezcal ohne Ausnahme.

02 · Die Agavenfamilie

Mezcal ist der Vater aller Agavenbrände

Tequila, Sotol, Bacanora, Raicilla — alle stammen aus derselben Familie. Aber Mezcal ist der älteste, vielfältigste und am wenigsten standardisierte unter ihnen. Tequila ist im Grunde eine industrielle Untergruppe dessen, was Mezcal seit Jahrtausenden war.

Tequila
Standardisiert
Agaven1 Art (Weber Azul)
HauptregionJalisco
DO seit1974
CharakterIndustriell
Sotol
Keine Agave!
RohstoffDasylirion
RegionChihuahua
DO seit2002
CharakterKrautig, grün
Bacanora
Wüstenkind
AgavePacifica
RegionSonora
DO seit2000
CharakterTrocken, intensiv
Raicilla
Küstentradition
AgavenMaximiliana, Inaequidens
RegionJalisco-Küste
DO seit2019
CharakterFruchtig, jung
03 · Die Pflanze

Aus welchen Agaven wird Mezcal gebrannt?

Über 40 Arten sind zugelassen. Kultiviert und wild. Jede mit eigenem Aroma, eigener Reifezeit, eigener Geschichte. Eine Espadín braucht 8 bis 12 Jahre. Eine wilde Tepeztate bis zu 30.

Die Königin der Mezcal-Welt

Espadín

Agave angustifolia. Kultiviert, robust, ergiebig. 50 bis 80 Kilo schwere Herzen. Sie ist die Basis fast aller Mezcals, die nach Deutschland kommen. Auch unser LÆPOCA Espadín stammt von ihr.

76–95%
aller produzierten Mezcalsstammen von der Espadín
Die wilden Agaven · agaves silvestres
Tobalá 10–15 Jahre
Tepeztate 25–30 Jahre
Cuishe 10–13 Jahre
Madrecuishe 12–15 Jahre
Arroqueño 15–25 Jahre
Mexicano 12–18 Jahre
Cupreata 10–13 Jahre
Salmiana 15–20 Jahre
Alle Agaven im Detail kennenlernen →
04 · Das Handwerk

So entsteht ein Mezcal

Sieben Schritte, jeder mit prägendem Einfluss auf das Aroma. Im Kern hat sich der Prozess seit Jahrtausenden kaum verändert. Erdofen, Tahona, Brennblase: das sind die drei Stationen, die den Charakter machen.

  1. 01
    Ernte (jima)

    Agavenherzen mit dem coa, 50 bis 80 kg pro piña

  2. 02
    Garung im Erdofen

    3 bis 5 Tage über heißen Steinen, Quelle des Rauchs

  3. 03
    Mahlen

    Tahona-Steinmühle, gezogen von Pferd oder Maultier

  4. 04
    Fermentation

    7 bis 14 Tage in offenen Holzbottichen mit wilden Hefen

  5. 05
    Erste Destillation

    Ordinario mit 20 bis 30 % Alkohol

  6. 06
    Zweite Destillation

    Trennung von Kopf, Herz und Schwanz

  7. 07
    Zertifizierung

    CRM-Hologramm als internationaler Echtheitsbeweis

05 · Aroma

Die vier Schritte Mezcal zu trinken

Mezcal trinkt man nicht. Man begegnet ihm. In vier Schritten.
SEE
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SEE

Approach with the eyesight, how much beauty can be contained in so subtle details.

Schau, bevor du trinkst. Ein guter Mezcal ist cristalino — klar wie Quellwasser. Halt das Glas gegen das Licht, schwenke kurz, beobachte den Rand: Bleiben dort Perlen (perlas) hängen? Kleine Bläschen, die der Maestro Mezcalero seit Jahrhunderten als Qualitäts-Indikator nutzt.

SMELL
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SMELL

Bring attention to its aroma, that tells a history itself.

Atme, bevor du schmeckst. Halte das Glas eine Handbreit unter die Nase. Was du suchst: Rauch — aber nicht beißend, sondern wie ein erloschenes Lagerfeuer am nächsten Morgen. Darunter geröstete Agave, Karamell, etwas Wiese, etwas Erde. Diese Geschichte fängt im Erdofen an und endet in deiner Nase.

TOUCH & KISS
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TOUCH & KISS

Give it a little kiss. Gently taste the romance between the land, the agave and the fire.

Trinke nicht. Küsse. Beso, no shot — so lautet die Regel in Oaxaca. Nimm einen winzigen Schluck, lass ihn auf der Zunge ankommen, halte ihn dort, zähle bis fünf. Du schmeckst Rauch, dann süße Agave, dann Pfeffer, dann Mineralik. Die Romanze zwischen Land, Agave und Feuer.

LOVE
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LOVE

Let your history of love with mezcal begin.

Jetzt fängt es an. Was du gerade getrunken hast, ist 8 bis 30 Jahre alt. So lange braucht eine Agave, um zu reifen. Plus 11.000 Jahre Handwerk. Plus eine kleine Palenque in Santiago Matatlán, in der Crystal, Teresa und Sara dieses Glas möglich gemacht haben. Falling in love with mezcal — geht ganz einfach.

06 · Klassifizierung

Ancestral, Artesanal, Industrial

Die NOM-070 unterscheidet Mezcal nach zwei Dimensionen: Reifeklasse und Produktionskategorie. Die Kategorie steht auf jedem Etikett. Sie sagt dir, mit welchen Methoden produziert wurde — und damit, was im Glas zu erwarten ist.

Ancestral
Vorindustriell

Die ursprünglichste Form. Praktisch unverändert seit Jahrhunderten. Selten, oft aus Puebla, Guerrero oder Michoacán.

  • GarungErdofen
  • MahlenHand oder Tahona
  • GärungHolz oder Tongefäß
  • BrennenTongefäß über Feuer
Industrial
Massenproduktion

Die effiziente Variante. Auf dem Etikett steht nur „Mezcal". Konsistent, aber ohne den Charakter der traditionellen Produktion.

  • GarungAutoklav
  • MahlenWalzenstuhl / Diffuser
  • GärungEdelstahl, Reinzucht-Hefe
  • BrennenSäulendestille
07 · Reifeklassen

Joven, Reposado, Añejo

Mezcal kann nach der Destillation unterschiedlich lange im Fass lagern. Das verändert Farbe, Textur und Aroma. 86 Prozent aller Mezcals werden als Joven verkauft. Aus gutem Grund: hier kommt der Charakter der Agave am klarsten zum Vorschein.

Joven
„jung"
Direkt abgefüllt

Der unverfälschte Ausdruck der Agave. Frisch, kräftig, rauchig. So trinken ihn die Mexikaner. So macht ihn auch LÆPOCA.

Reposado
„ausgeruht"
2 bis 12 Monate im Holz

Sanfter, mit subtilen Vanille- und Holznoten. Das Eichenfass rundet die Ecken des Joven ab.

Añejo
„gereift"
Mindestens 1 Jahr im Holz

Rar und komplex. Karamell, Vanille, Gewürze. Das Holz prägt deutlich, manchmal etwas zu deutlich.

08 · Genuss

Wie man Mezcal richtig trinkt

Es gibt einen mexikanischen Spruch: „Para todo mal, mezcal. Para todo bien, también." Für jedes Übel, Mezcal. Für alles Gute, auch. Aber wie genau? Drei Wege, alle traditionsgerecht.

i
Pur, in der copita

Aus einer kleinen Tonschale (jícara) oder einem flachen Glas. Zimmertemperatur, nicht eiskalt — Kälte unterdrückt die Aromen.

Niemals als Shot. Mezcal will verkostet werden: riechen, kleiner Schluck, im Mund kreisen lassen.

ii
Mit Orange und sal de gusano

Eine Orangenscheibe, bestreut mit Salz, das mit gemahlenen Maguey-Würmern und Chili gemischt ist.

Ein Schluck Mezcal, ein Bissen Orange mit Salz. Die Kombination öffnet die Sinne für die Komplexität.

iii
Im Cocktail

Mezcal hat sich als Cocktail-Spirituose der Gegenwart etabliert. Die rauchige Komplexität ergänzt klassische Drinks auf neue Weise. Hier gehts zu unseren Cocktails.

09 · Vor dem Kauf

5 Dinge, auf die du beim Kauf achten solltest

Der Mezcal-Markt boomt. Und mit ihm wachsen auch fragwürdige Produkte. Diese fünf Merkmale helfen dir, einen guten von einem schlechten Mezcal zu unterscheiden.

01

CRM-Hologramm

Jeder echte Mezcal trägt das Hologramm des Consejo Regulador del Mezcal. Mit der Nummer darauf lassen sich Produktionslos, Maestro, Agave und Datum zurückverfolgen.

02

„100 % Agave" auf dem Etikett

Fehlt die Angabe, Finger weg. Echtes Mezcal-Etikett verlangt diese Klarheit.

03

Produktionskategorie

„Ancestral", „Artesanal" oder nur „Mezcal" — die Kategorie muss draufstehen. Premium ist in der Regel Artesanal oder Ancestral.

04

Name der Agavenart

Espadín, Tobalá, Tepeztate. Wenn nur „Mezcal" angegeben ist, handelt es sich oft um industrielle Standardware.

05

Maestro und Bundesstaat

Premium-Mezcals nennen den Namen des Maestro Mezcalero und den Ort. Das ist kein Marketing. Das ist Rückverfolgbarkeit.

10 · Geschützte Herkunft

Die DO Mezcal

Mezcal ist seit 1994 ein geschützter Begriff. Wie Champagner, wie Parmigiano. Produziert werden darf er nur in 13 mexikanischen Bundesstaaten. Das Herzland ist und bleibt Oaxaca.

Geschützt seit
1994

Verschärft durch die NOM-070-SCFI-2016, in Kraft seit 23. Februar 2017.

Erlaubte Bundesstaaten
13 von 32

90 % der weltweiten Produktion stammen aus Oaxaca allein.

Reinheit
100 % Agave

Keine Zusätze, kein Fremdzucker. Was im Tequila erlaubt ist (49 %), ist im Mezcal verboten.

Die 13 Mezcal-Bundesstaaten
OaxacaGuerreroDurangoSan Luis PotosíZacatecasMichoacánPueblaGuanajuatoTamaulipasSinaloaAguascalientesMéxicoMorelos
Unser Mezcal

LÆPOCA Mezcal — aus Oaxaca

Wir arbeiten mit einer kleinen Palenque in Santiago Matatlán, dem Herzen der Mezcal-Welt. Was bei uns in die Flasche kommt, ist proceso artesanal: kein Autoklav, keine Maschinen-Mühle, keine Reinzucht-Hefe. Nur Handwerk, Holzfeuer, Steinmühle und Zeit.

Die Agavenherzen werden in einem mit Steinen ausgelegten Erdloch gegart. Teresa und Sara, die beiden Pferde der Palenque, ziehen abwechselnd den Mahlstein. In offenen Holzbottichen übernehmen wilde Hefen die Fermentation. Zweimal Kupfer. Per Hand abgefüllt. Vom CRM zertifiziert.

„Kleine Produktionslose, sorgsam überwacht vom Maestro Mezcalero. So sichern wir den einzigartigen Geschmack."

Jede Flasche trägt das CRM-Hologramm. Die individuelle Nummer führt zurück zu unserem Maestro, zur verwendeten Agave und zum Destillationsdatum.

i

Erdofen-Garung

Drei bis fünf Tage über glühenden Steinen, abgedeckt mit Agavenblättern.

ii

Tahona mit Pferd

Teresa und Sara mahlen den karamellisierten Agavenbrei in stundenlanger Arbeit.

iii

Wilde Fermentation

Keine zugesetzten Hefen, keine Zusatzstoffe. Nur das, was die Luft mitbringt.

iv

Doppelte Kupferdestillation

Erfahrung entscheidet, wann Kopf, Herz und Schwanz getrennt werden.

12 · Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Mezcal und Tequila?

Tequila ist eine spezialisierte Form von Mezcal. Standardisiert auf eine einzige Agave (Weber Azul), industriell produziert und aus dem Bundesstaat Jalisco. Mezcal erlaubt über 40 Agavenarten, wird traditionell im Erdofen geröstet und überwiegend in Oaxaca produziert. Während Tequila bis zu 49 % Fremdzucker enthalten darf, muss Mezcal aus 100 % Agave bestehen.

Wie viel Alkohol hat Mezcal?

Zwischen 35 und 55 Prozent Vol. Manche Maestros füllen auch unverdünnte „Punta" ab, frisch aus der Brennblase, mit bis zu 55 Prozent.

Schmeckt jeder Mezcal rauchig?

Nein. Die meisten Mezcals haben durch das Rösten im Erdofen eine rauchige Note, aber die Intensität variiert stark. Manche sind subtil rauchig oder kaum spürbar, andere intensiv lagerfeuerartig.

Was ist der Wurm im Mezcal?

Die Raupe der Schmetterlingsart Hypopta agavis. Ein traditionelles, aber umstrittenes Element, das früher vor allem für Tourismus-Marketing in die Flaschen kam. Bei Premium-Mezcals ist die Praxis heute selten. 92 % der Joven-Mezcals werden komplett ohne Zusätze verkauft.

Wie viele Agavensorten gibt es für Mezcal?

Über 40 Arten sind zugelassen. Die wichtigste ist die Espadín, aus der etwa 76 bis 95 Prozent aller Mezcals stammen. Premium-Mezcals werden oft aus wilden Agaven wie Tobalá, Tepeztate oder Cuishe gebrannt.

Wo wird Mezcal hergestellt?

In 13 mexikanischen Bundesstaaten, die unter der DO Mezcal geschützt sind. Rund 90 Prozent der Weltproduktion stammen aus Oaxaca.

Wie viele Kalorien hat Mezcal?

Etwa 230 Kalorien pro 100 ml, vergleichbar mit Tequila, Vodka oder Whisky. Da Mezcal aus 100 % Agave besteht und keinen zugesetzten Zucker enthält, gehört er zu den „reinsten" Spirituosen.

Wie lange ist Mezcal haltbar?

Ungeöffnet praktisch unbegrenzt. Geöffnet sollte eine Flasche innerhalb eines Jahres aufgebraucht werden, um die volle Aromatik zu erhalten.

¡Salud!

Probier es einfach aus

Theorie ist gut. Aber Mezcal versteht man erst im Glas. Unser LÆPOCA Espadín ist der ideale Einstieg. Klassisch, sauber, ehrlich.

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