Wie entsteht Mezcal?

Jeder Produktionsschritt kann in drei Traditionen erfolgen – wähle eine Kategorie und entdecke, wie sich jede Stufe unterscheidet.

Die drei Reifegrade

Mezcal kann nach der Destillation unterschiedlich lange lagern. Die Zeit im Fass verändert Farbe, Textur und Aroma.

Joven LÆPOCA
„jung"
Direkt abgefüllt

Der unverfälschte Ausdruck der Agave – frisch, kräftig, rauchig. So trinken ihn die Mexikaner.

Farbe: Klar
Reposado
„ausgeruht"
2-12 Monate im Eichenfass

Sanfter, mit subtilen Holznoten. Das Eichenfass rundet die Ecken des Joven ab.

Farbe: Leicht golden
Añejo
„gereift"
Min. 1 Jahr im Eichenfass

Rar und komplex. Karamell, Vanille und Gewürze – das Holz prägt deutlich.

Farbe: Tiefgolden

Die Agaven des Mezcals

Über 40 Agavensorten werden für Mezcal verwendet – jede mit eigenem Charakter, eigener Reifezeit, eigener Geschichte. Klicke auf eine Agave, um mehr zu erfahren.

Reifezeit
Anbau
Reifezeit im Vergleich (bis 30 Jahre)
01530 Jahre
Herkunft
Geschmacksprofil

Die geschützten Ursprünge Mexikos

Nicht jeder Agavenbrand darf Mezcal heißen. Drei Ursprungsbezeichnungen regeln, wer was produzieren darf.

Was ist eine Denominación de Orígen (DO)? Eine Denominación de Orígen — oft einfach DO abgekürzt — ist eine geschützte Herkunftsbezeichnung, vergleichbar mit Champagner, Parmigiano oder Allgäuer Bergkäse. Sie gehört dem mexikanischen Staat und darf nur auf Flaschen stehen, deren Inhalt in festgelegten Regionen nach festgelegten Regeln hergestellt wurde. Die DO definiert drei Dinge: Geografie (wo darf produziert werden), Rohmaterial (welche Pflanze) und Technik (wie darf hergestellt werden). Sie ist zugleich Schutz kulturellen Erbes und Marketing-Instrument.
Vereinigte Staaten Pazifik Golf von Mexiko Chihuahua Coahuila Durango Sinaloa Zacatecas S.L. Potosí Tamaulipas Jalisco Michoacán Puebla Guerrero Oaxaca México
Gesamter Bundesstaat geschützt
Nur einzelne Gemeinden geschützt

Mezcal vs. Tequila

Beide werden aus Agaven gewonnen. Doch Herkunft, Vielfalt und Handwerk unterscheiden sie grundlegend.

Geschützt seit 1994

Mezcal

Die Mutter aller Agavenbrände. Vielfältig, handwerklich, charaktervoll.

vs.
Geschützt seit 1974

Tequila

Mexikos berühmtester Brand. Standardisiert, industrialisiert, weltbekannt.

40+ AgavenartenEspadín, Tobalá, Tepeztate, Cuishe, Salmiana, Cupreata u. v. m.
Rohstoff
🌵
1 AgavenartAusschließlich blaue Weber-Agave (Agave tequilana)
6–30 JahreTepeztate bis 30 Jahre, Espadín 8–12, Wildagaven 12–25
Reifezeit der Agave
6–8 JahreStandardisierte Plantagen-Kultivierung
9 BundesstaatenOaxaca als Herzland (~90% der Produktion)Vielfältige Terroirs
Herkunftsregion
📍
5 BundesstaatenJalisco-zentriert, namensgebende Stadt: Tequila
Erdofen mit heißen Steinen3–5 Tage in Erdgrube (Horno) – Quelle des rauchigen AromasTraditionell
Garung der Piñas
🔥
Autoklav (Dampfdruck)6–14 Stunden, industriell, kein RauchIndustriell
Tahona oder PferdemühleMahlstein, oft Pferd-betrieben – schonende Extraktion
Mahlen der Agave
⚙️
Walzenstuhl & DiffuserIndustrielle Zerkleinerung, bis zu 99% Zuckerextraktion
Holzfässer, wilde HefeTinas, offene Fermentation, 7–14 TageNatürlich
Fermentation
🫧
Edelstahltanks, Reinzucht-HefeKontrolliert, oft Zucker-Zusatz möglich
Kupfer- oder Tongefäß-BrennblaseDoppel-Destillation, traditionell „Pot Still"
Destillation
⚗️
Pot Still oder SäulendestilleKontinuierliche Säulendestillation in der Industrie
100% AgaveKeine fremden Zucker erlaubt – immer reiner AgavenbrandReinheit garantiert
Zuckerquelle
🍯
100% oder „Mixto"Mixto erlaubt bis zu 49% Fremdzucker (z.B. Rohrzucker)Mixto möglich
Komplex, rauchig, vielfältigErdig, mineralisch, fruchtig – je nach Agave völlig anders
Geschmacksprofil
👅
Süß, weich, vegetalPfeffrig, citrusartig, oft glatt – konsistent über Marken
Maestro MezcaleroFamilientradition über Generationen, manuelle Kontrolle
Produktion
👐
GroßindustrieTop-10 Marken halten ~91% des Marktwerts
~6 Mio L
Mezcal-Produktion pro Jahr
~273 Mio L
Tequila-Produktion pro Jahr (45× mehr)
~90%
aller Mezcals kommen aus Oaxaca
!
Auf den Punkt Tequila ist eine industriell standardisierte Untergruppe dessen, was Mezcal seit Jahrhunderten ist. Wenn du einen Tequila trinkst, trinkst du immer dieselbe Agave nach demselben Prozess. Wenn du einen Mezcal trinkst, schmeckst du eine ganze Region, ihre Böden, eine spezifische Agave und die Hand eines bestimmten Maestro.

11.000 Jahre Agavenkultur

Vom prähistorischen Nahrungsmittel zur globalen Spirituose. Eine Reise durch elf Jahrtausende — in Oaxaca beginnt sie, in Oaxaca lebt sie weiter.

scrollen, um durch 11.000 Jahre zu navigieren
9000 v.Chr.
6000 v.Chr.
2000 v.Chr.
1300
1600
1900
1990
2010
2026
~9000 v.Chr.
Erste Nutzung der Agave
Jäger und Sammler im heutigen Oaxaca rösten Agavenherzen in Erdgruben. Belege aus der Höhle Guilá Naquitz – nahe dem heutigen Mezcal-Herzland.
~6000 v.Chr.
Domestizierung beginnt
Mesoamerikanische Kulturen wählen gezielt Agaven mit höherem Zuckergehalt aus. Beginn einer 8.000 Jahre langen Co-Evolution zwischen Mensch und Pflanze.
~2000 v.Chr.
Pulque entsteht
Die fermentierte Agavenmilch (aguamiel → pulque) wird zum heiligen Getränk. Älter als jedes andere bekannte alkoholische Getränk Amerikas.
~200 n.Chr.
Mayahuel, Göttin der Agave
In Teotihuacán werden Tongefäße mit Pulque-Resten gefunden. Die Azteken verehren später Mayahuel – Göttin mit 400 Brüsten, die das Getränk schenkt.
1325
Tenochtitlán gegründet
Die Azteken errichten ihre Hauptstadt. Pulque ist gesellschaftliche Institution: ritueller Trank, Medizin, Tribut. Nur Priester, Krieger und Älteste dürfen ihn trinken.
1521
Spanische Eroberung
Mit dem Fall Tenochtitláns endet das Aztekenreich. Die Spanier bringen erste Destillationstechniken aus Europa mit – allerdings mit Verbot für Spirituosen-Produktion.
17. Jh.
Filipino-Seefahrer
Über die Manila-Galeonen erreichen philippinische Destillationstechniken Mexikos Westküste. Aus Pulque wird gebrannter Mezcal – die Geburt des Agavenbrandes.
~1750
Erste Tequila-Brennerei
In der Stadt Tequila (Jalisco) entsteht die erste kommerzielle Destillerie. Der Begriff „Mezcal de Tequila" wird zur Marke.
1928
Erste Tequila-Norm
Mexiko publiziert den ersten offiziellen Standard für Tequila-Produktion. 1930 gründet sich der Tequila-Produzentenverband.
1949
Standard SCFI-1949
Erste umfassende Qualitätsnorm für Tequila. Definiert: Hauptsächlich aus Agave Azul Tequilana Weber, kultiviert im Bundesstaat Jalisco.
1958
Lissabon-Abkommen
Mexiko tritt als erster nicht-europäischer Staat dem Abkommen zum Schutz von Ursprungsbezeichnungen bei. Die Grundlage für DO-Mezcal entsteht.
1974
DO Tequila
Tequila wird die erste geschützte Ursprungsbezeichnung Mexikos – und der erste nicht-europäische Brand mit DO-Status weltweit.
1994
DO Mezcal
Zwei Jahrzehnte nach Tequila erhält auch Mezcal seine geschützte Herkunftsbezeichnung. Ursprünglich 7 Bundesstaaten, Schutz vor Industrialisierung beginnt.
1997
EU-Anerkennung
Die Europäische Union erkennt die DO Mezcal offiziell an. Der internationale Schutz wird legal durchsetzbar – Voraussetzung für den Export nach Europa.
2003
CRM nimmt Arbeit auf
Der Consejo Regulador del Mezcal beginnt die Zertifizierung jeder einzelnen Mezcal-Charge. Jede Flasche bekommt einen einzigartigen Hologramm-Aufkleber.
2017
NOM-070 mit drei Kategorien
Am 23. Februar 2017 tritt die NOM-070-SCFI-2016 in Kraft. Drei Kategorien: Ancestral, Artesanal, Mezcal. 100% Agave wird Pflicht.
2025
DO-Erweiterung
Aguascalientes, Estado de México und Morelos werden zur DO Mezcal hinzugefügt – auf 13 Bundesstaaten.
Was bleibt Tequila ist 250 Jahre alt. Whisky 600. Wein vielleicht 8.000. Die Kultur, die hinter LÆPOCA steht, ist älter als jede dieser Traditionen. Wenn du einen Mezcal trinkst, schmeckst du nicht ein Produkt – sondern eine Praxis, die ältere Menschen pflegten als die, die das Rad erfunden haben.

Entdecke die wunderbare Welt des Mezcals

Wähle einen Mezcal und entdecke seine Aromen im Geschmacksrad

Agavenfelder in OaxacaRüstung der AgavenherzenFermentationsprozess von AgavenfasernZwei Kupferdistillen. Davor eine Schubkarre mit HolzRot beleuchtete Bar mit dem Schriftzug "Mexico es Mezcal"

Kleine Produktionslose für LÆPOCA Mezcal

Deshalb kommen bei uns auch keine Maschinen zum Einsatz. Mit Geschick und der Arbeitskraft von Menschen und Pferden werden kleine Produktionslose hergestellt, die der Maestro Mezcalero sorgsam überwacht, damit der einzigartige Geschmack sichergestellt ist.

Gezeichnetes Bild von einem Jimador, der ein Agaveherz erntet

Ernte der Piñas

Der seit Generationen überlieferte Herstellungsprozess beginnt damit, die dicken Agavenblätter mit einer Machete oder Coa de jima abzuschlagen, um das zwischen 50-80 kg schwere Agavenherz (piña), freizulegen. Herzstück nicht ohne Grund, da es sich hierbei um das wichtigste Element der Agave – und natürlich des Mezcals – handelt.

Gezeichnetes Bild des Röstprozesses von Agavenherzen

Röstung

In der Destillerie (Palenque) werden die Herzen halbiert bzw. geviertelt und in einem mit heißen Steinen ausgelegten Erdloch (Horno de piso) "geröstet" und mit Agavenblättern abgedeckt, damit sich die Hitze gleichmäßig verteilen kann. Dadurch verwandeln sich die natürlichen Terpene und Fette der Agave in Zucker. Das gibt dem Mezcal seinen süßen, unverwechselbaren Geschmack.

Gezeichnetes Bild des Zerkleinern von Agavenherzen mittels eines Mahlsteins und eines Pferdes.

Zerkleinern

Nach bis zu ca. 48 Stunden holt man die Agavenherzen aus ihrem Steinloch. Jetzt sind Teresa und Sara, die Pferde des Palenque, an der Reihe. Sie wechseln sich dabei ab den Mahlstein zu bewegen, der die Herzen weiter zerkleinert und den Agavensaft herauspresst. Auch in diesem Schritt zeigt sich die über Generationen weitergetragene Tradition.

Gezeichnetes Bild des Fermentationsprozessen von Agavenfasern. Zwei Fässer sind zu sehen.

Natürliche Fermentation

Im nächsten Schritt werden Agavenfasern und -saft mit Wasser vermengt in großen Holzfässern (tinas) zur Fermentierung angesetzt. Bei unserem traditionellen Verfahren werden keine weiteren Zusatzstoffe hinzugegeben. Sauerstoff hilft den Mikroben ihren Zersetzungsprozess in Gang zu setzen und den Zucker in Ethanol umzuwandeln. 

Gezeichnetes Bild des einer Kupferdistille

Doppelte Destillation

Der gewonnene Most wird anschließend in einen Kupferkessel zur ersten Destillation abgefüllt. Auch hierbei ist die Erfahrung des Mezcaleros essenziell. Nach der zweiten Destillation weist der nun sehr reine Mezcal einen Alkoholgehalt von 70-75 % auf. Den gewünschten Grad erreichen wir durch die Zugabe von Wasser.

gezeichnetes Bild einer LAEPOCA Mezcal Flasche

Manuelles Abfüllen

Abschliessend wird unser LÆPOCA Mezcal liebevoll von Hand abgefüllt. Dabei wird jedes Los einzeln von der COMERCAM (Consejo Mexicano Regulador de la Calidad del Mezcal) freigegeben. Dazu wird auch eine Probe ins Labor geschickt. Mit offiziellem CRM Label tritt dein LÆPOCA Mezcal anschliessend den langen Weg in die Alpen an.